Karriere in der Arbeitswelt 4.0: damit der Aufstieg nicht zum Abstieg wird.

Wie geht Karriere 4.0 – wenn die Aufstiegskarriere auf dem Abstieg ist?

Dieser interessanten Frage stellte sich managerSeminare im April 2018. Wir danken für den inspirierenden Beitrag über die Karriere 4.0 mit einem Fazit.

1. Warum befindet sich das Modell Aufstiegskarriere auf dem Abstieg?

In einer Arbeitswelt, in der flache Hierarchien und das Prinzip der Selbstorganisation zum Primat werden, gibt es kaum noch Aufstiegsmöglichkeiten. Dazu kommt, dass sich der Aufstieg immer weniger attraktiv gestaltet. Die Führungskraft von heute hat weniger Macht, weniger Privilegien und weniger Status. Demokratisierungstendenzen in den Unternehmen sorgen dafür, dass die Führungsrolle nicht mehr auf Dauer vergeben wird. Früher war es einfacher für Führungskräfte: wer den Chefsessel einmal ergattert hatte, konnte ihn auch behalten und sich jede Menge Fehler erlauben. Heute sitzen Führungskräfte eher auf dem Schleudersitz, sie werden gewählt und wieder abgewählt oder nur Projektweise besetzt. All das setzt die Inhaber der Führungsrolle massiv unter Druck. Wer will so arbeiten? Die neuen Generationen sicher nicht.

2. Warum brauchen die Unternehmen in der Arbeitswelt 4.0 völlig neue Wege des Karriere- und Talentmanagements?

Wenn der Aufstieg schwer möglich und nicht attraktiv ist, stellt sich die Frage, wie denn die New-Work-Firmen ihre Potenzialträger binden und wohin sie diese entwickeln wollen.  Sie können ihre Mitarbeitenden nicht mehr wie früher auf die Schiene eines Standard-Karriereprogramms setzen. In Zukunft wird es im War-of-Talents darum gehen, dass sich die Firmen als attraktive Arbeitergeber positionieren. Wie geht das besser, als damit zu werben, dass jeder Einzelne seinen Karrierepfad selbst entwickeln kann – abgestimmt auf seinen individuellen Werte- und Ziel-Kanon? Allerdings werden die wenigsten Menschen dazu in der Lage sein, aus den vielen neuen beruflichen Chancen der Arbeitswelt 4.0, die für sie besten zu entdecken. Deshalb werden die Personalentwickler und die Führungskräfte bei der individuellen Laufbahnentwicklung eine Schlüsselrolle einnehmen müssen. Unser Fazit: Für Führungskräfte maßgeschneiderte Ausbildungen zum Karriere-Coach anzubieten oder mit externen Karriere-Coachs zu kooperieren.

3. Warum brauchen wir heute keine Berufsberatung mehr, sondern ein agiles Karriere-Coaching?

Die Berufsberatung kann dem Orientierungssuchenden nur Bekanntes anbieten. Es entsteht hier der Eindruck, man könne den großen Wurf schaffen und nach einmaliger, reiflicher Überlegung seinen Lebensberuf finden. Das funktioniert heute nicht mehr. In der Arbeitswelt 4.0 entstehen ständig neue berufliche Optionen oder können sogar vom Arbeitssuchenden selbst erfunden werden. Die Menschen entdecken ihre Berufung heute eher über einen mehr oder weniger weiten Weg des Experimentierens. Es geht oft nur um das nächste Projekt, für das sich der Mitarbeiter bewerben möchte – denn auch Mitarbeiterstellen werden nur noch selten als Dauereinrichtung vergeben. Das Geheimrezept für beruflichen Erfolg heißt: Ideen entwickeln, ausprobieren, Erfahrungen reflektieren und daraus die nächste noch besser passende berufliche Idee abzuleiten. Ein Karriere-Coach kann diesen Prozess unterstützen: sich seiner Werte und Ziele immer klarer zu werden und in einem agilen Prozess, die eigene Karriere als selbstverantwortliches Zukunftsprojekt aufzusetzen.

 

Ein Beitrag von Manuela Dollinger

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